Hericum
HericiumWie der Löhwenmähnenpilz nicht nur den Körper, sondern auch den Geist stärken kann

Hericium – das natürliche Kraftpaket unter den Pilzen

Aufgrund seines außergewöhnlichen Geschmacksaromas gehört Hericium neben dem Champignon, Shiitake und Reishi zu den schmackhaftesten Speisepilzen auf dieser Welt. Darüber hinaus überzeugt der Heil- und Vitalpilz mit seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften, welche sich vor allem bei Beschwerden im Magen-Darmtrakt als heilsam bewährt haben. Aber auch im Bereich der Gehirnfunktion, bei Nervenkrankheiten und bei psychischen Problemen ist der Verzehr des Pilzes als Nahrungsergänzungsmittel sehr hilfreich.

Was ist der Hericium?

Der Hericium Pilz trägt hierzulande auch die Bezeichnung Stachelbart, da er ein stachelförmiges Erscheinungsbild innehat. Der Baumpilz ist in Deutschland und in weiten Teilen von Europa heimisch, genauso wie in China, Japan und Nordamerika. In Asien wird er aufgrund seiner bizarren und zotteligen Form auch als Affenkopfpilz, Löwenmähne, Pom-Pom und Yamabushitake bezeichnet.

Der Stachelbart ist sehr selten und wächst nur in extrem alten Wäldern, davon gibt es mittlerweile immer weniger auf der ganzen Welt. Der korallenartige Fruchtkörper ist entweder weiß, cremefarben oder manchmal auch rosarot. In Deutschland ist die Löwenmähne fast gar nicht als Speisepilz bekannt. Dagegen schätzen die Asiaten Hericium neben seiner Wirkung auch als wohlschmeckende Delikatesse. Sein intensives Geschmacksaroma ist sehr vielseitig, er schmeckt delikat nach Meeresfrüchten, mit einer frischen Zitronennote. In diesem Aspekt ähnelt Hericium den ebenfalls aromatischen Agaricus blazei, Coprinus und Pleurotus. [1]

Stachelbärte gibt es stellenweise frisch vom Markt zu erhalten, sodass sich diese zu leckeren Gerichten verarbeiten lassen. Weitaus häufiger ist jedoch der Gebrauch von getrockneten Pilzen, Extrakten und Pulver, welche auf Vorrat gelagert werden. Ergänzend zu seinen kulinarischen Charakteristiken enthält der Pilz ebenfalls eine Kombination aus verschiedenen Vitalstoffen, sodass er einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung leistet, ebenso wie bspw. auch der Feuerschwamm und der Polyporus.

Wie wirkt der Hericium?

Hericium und seine Wirkung auf den menschlichen Körper basiert auf den vielen verschiedenen Inhaltsstoffen. Stachelbärte enthalten viel Protein, darunter alle essenziellen und dazu noch freien Aminosäuren, genauso wie Cordyceps und Maitake. Außerdem bilden die Gewächse viele Mineralstoffe aus, dazu gehören Eisen, Kalium, Magnesium, Selen und Zink. Dagegen sind die Natriumwerte vergleichsweise sehr niedrig.

Neben löslichen Kohlenhydraten sind in den Speisepilzen auch Ballaststoffe und pflanzliche Hormone enthalten, genauso wie:

  • Ergosterin

  • Erinacine

  • Phytosterine

  • Polysaccharide

  • Vitamin D, das Sonnenvitamin

  • Vitamin B1, auch als Thiamin bekannt

  • Vitamin B2 oder auch Riboflavin

  • Vitamin B3, trägt ebenfalls die Bezeichnung Niacin

  • Vitamin B5 oder Panthothensäure

Deshalb passen die Pilze gut in einen gesundheitsfördernden Speiseplan. Sowohl in den getrockneten als auch in den frischen Stachelbärten sind medizinisch wirksame Substanzen enthalten. Dazu zählen Alkaloide, Glycoproteine, Lactone und Sterole, [2] welche sich in den Vitalpilzen in einer großen Anzahl vorfinden lassen. Der gesundheitliche Wert der Inhaltsstoffe wird vor allem in Asien schon sehr lange erforscht und von vielen Konsumenten geschätzt, ähnlich wie beim Auricularia und Chaga.

Gegen welche Beschwerden hilft Hericium?

Einsatzgebiete im Magen-Darmtrakt

In vielen asiatischen Ländern ist der Vitalpilz als Zutat in Speisen sehr beliebt, er wird aber auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Stärkung der Verdauungsorgane und der Leber eingesetzt. Die TCM konzentriert sich auf seine Wirksamkeit gegen Geschwüre im Magen und im Zwölffingerdarm. Außerdem hat er sich als heilsam gegen chronische Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute bewährt, welche oft aus einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori entstammen.

Der traditionelle Heilpilz baut die Magenschleimhaut auf und schützt diese, außerdem wirkt er antibakteriell. Auf diese Weise wird durch die regelmäßige Einnahme der Heilungsprozess bei Gastritis unterstützt. Nicht nur bei bakteriellen Infektionen, auch gegen Salmonellen zeigen Hericium und die damit beschriebenen Erfahrungen eine eindeutige Wirksamkeit. Außerdem stimulieren seine Inhaltsstoffe das Immunsystem und verfügen über krebshemmende Eigenschaften, genauso wie der Coriolus und Enoki ist er bei Tumoren hilfreich.

Zu den Anwendungsgebieten für den Heilpilz zählen ebenfalls:

  • Colitis ulcerosa

  • Morbus Crohn

  • Sodbrennen

  • Übersäuerung

Hericium für die Stimulation von Gehirnfunktionen und Nervensystem

Der Vitalpilz wird in der TCM auch mit Erfolg bei Antriebslosigkeit und gegen Niedergeschlagenheit angewendet. In der Wissenschaft wurden dazu zahlreiche pharmakologische Untersuchungen bezüglich der speziellen Wirkstoffe des Hericiums durchgeführt. Als vielversprechend hat sich der Effekt von Hericium Extrakt auf das Wachstum und die Regeneration von Gehirn- und Nervenzellen herausgestellt. Deshalb kommt der Heilpilz verstärkt bei neurologischen Störungen zum Einsatz, [3] da er Schäden an den Nerven durch Schadproteine mindert.

In Studien kam es nach einem regelmäßigen Konsum zu einer verbesserten Wahrnehmungsfähigkeit bei den Patienten.

Nicht nur bei Erkrankungen der Nerven, auch bei Alzheimer, Demenz und Parkinson kann der Stachelbart auf lange Sicht helfen.

Verwendung zum Ausgleich und zur Beruhigung

Der Heilpilz verfügt ebenfalls über eine stimmungsaufhellende Wirkung auf die Psyche. Deshalb wirkt er positiv bei Ängsten, Schlaflosigkeit, Stress und innerer Unruhe. Dank seinen stimulierenden Effekten auf das Gehirn und die Nervenzellen kann er bei Gedächtnislücken helfen.

Oft wirkt sich Stress nachteilig auf die Verdauungsorgane aus und führt zu gereizten Därmen und Mägen, in diesem Bereich agiert der Pilz als ausgleichender und beruhigender Faktor. Sowohl bei der althergebrachten Einnahme von Hericium und den beschriebenen Erfahrungen als auch in klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Heilpilz wiederkehrende Angstzustände und anhaltende Schlafstörungen lindert. Außerdem schwächt er Beschwerden während der Wechseljahre und damit in Verbindung stehende Symptome ab.

Wie wird der Hericium eingenommen bzw. wie verwendet / dosiert man ihn?

Traditionell wird der Speisepilz in Asien für die Zubereitung von landestypischen Gerichten verwendet. In den hiesigen Breitengraden ist dies eher selten der Fall, hierzulande wird Hericium Extrakt überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Diese Einnahmemethode ist auch bei Tremella und Zunderschwamm sehr verbreitet. Dafür wird der Fruchtkörper erst getrocknet und dann ganz fein zermahlen, um daraus Hericium Kapseln mit einer hohen Bioverfügbarkeit herzustellen.

Zur Auswahl stehen aber auch Flüssigextrakte, welche sich mit anderen Speisen und Getränken für die Einnahme vermischen lassen. Der gezielt durchgeführte Einsatz der Heilpilze befindet sich in der Pharmazie und in der modernen Medizin noch im Anfangsstadium. Dank der vielen klinischen Studien konnte wiederholt die facettenreiche Wirksamkeit gezeigt und bestätigt werden. [4]

Wer statt dem Extrakt und der Kapseln lieber das originale Produkt verwenden möchte, der kann die Vitalpilze auch in ihrer Gänze im getrockneten Zustand einsetzen. Das Pulver und die getrockneten Pilze lassen sich gut mit Speisen vermischen, geschmacklich passen sie hervorragend zu Omelette, Rührei, Suppe und vegetarischen Burgern.

Um mit Hericium die gewünschten Erfahrungen zu machen, ist eine regelmäßige, besser noch tägliche Einnahme erforderlich.

Fazit: Warum sind Hericium Pilze so gesund?

Hericium gehört dank seiner facettenreichen Wirkstoffe zu den Heilpilzen, er wird vor allem in Asien deswegen sehr geschätzt. Dank der pflanzlichen Hormone, Nervenstimulatoren und natürlichen Entzündungshemmer übt der Speisepilz in seiner Gesamtheit einen extrem positiven Effekt auf die körperliche Gesundheit und das geistige Wohlbefinden aus. Darüber hinaus überzeugt der Stachelbart mit einer delikaten Geschmacksnote. In Form von Hericium Kapseln, Extrakten und Pulver lässt sich der Pilz gut im alltäglichen Speiseplan integrieren.


Quellenverzeichnis

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Stachelb%C3%A4rte

[2]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31422190/

[3]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30704063/

[4]: Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008.

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Falls Sie weitere Fragen oder Anregungen zum Thema haben, können Sie mich gern kontaktieren.

  • Dr Jennifer Bülow

    Dr. med. Jennifer Bülow

    Fachärztin für Allgemeinmedizin

    Als studierte Ernährungsberaterin unterstützt Fr. Dr. med. Jennifer Bülow anderen Menschen täglich dabei, ihre Ernährung vitaler zu gestalten und einen gesünderen Lebensstil zu führen. Ihre Vision ist es, ihr großes Wissen um Nahrungsergänzungsmittel und natürliche Heilmittel mit anderen zu teilen und somit mehr Menschen zu neuen Körpergefühl zu verhelfen.

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie aktuelle Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema.

Für was ist Hericium gut?
Der Hericium bzw. Igelstachelbart kombiniert verschiedene Vitalstoffe. Er wird unterstützend vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt und bei Nervenkrankheiten. Außerdem soll er regenerierend auf Gehirn- und Nervenzellen wirken und deren Wachstum fördern.
Welcher Vitalpilz bei Schlafstörungen?
Der Hericium, auch als Löwenmähne oder Stachelbart bezeichnet, ist durch seine stimulierenden Effekte auf die Psyche und das Gehirn bekannt. Deshalb kann er auch bei innerer Unruhe, Stress und Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit Linderung verschaffen.
Wie verwendet man Hericium?
Hericium ist nicht nur als Heilpilz bekannt. Traditionell wird er in China und Japan als Speisepilz in landestypischen Gerichten eingesetzt. Im europäischen Raum erhält man Hericium als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform oder als Pulver. Das Pulver kann zur Herstellung von Tee verwendet werden oder in Speisen und Getränke gemischt werden.