Johanniskraut
JohanniskrautNatürliche und sanfte Wirkung auf Stimmung und Gemüt

Johanniskraut – unterschätztes Mittel gegen Depressionen?

Bereits seit Tausenden Jahren wird die heilende Kraft von echtem Johanniskraut geschätzt. Aufgrund der besonderen Zusammenstellung an Wirkstoffen ist die Heilpflanze ein anerkanntes Mittel zur Behandlung von Depressionen, Angst- und Unruhezuständen. In Form von Öl, Salben oder Tinkturen stillt sie äußerlich angewendet bei verschiedenen Verletzungen Schmerzen und unterstützt die Wundheilung. Ihre hohe Wirksamkeit ist durch Erfahrungen und Studien belegt. Zahlreiche Vorteile machen das pflanzliche Heilmittel zu einer wertvollen Alternative zu herkömmlichen pharmazeutischen Arzneien. Dazu zählen die wenigen und schwachen Nebenwirkungen sowie eine ganzheitliche Wirkweise, die nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen bekämpft.

Was ist Johanniskraut?

Echtes Johanniskraut ist eine Heilpflanze aus der Gattung der Johanniskräuter in der Familie der Hypericaceae. Zerreibt man ihre Blätter zwischen den Fingern, hinterlassen sie eine Rotfärbung. Deshalb wird das Kraut im Volksmund auch Herrgottsblut genannt. Zu erkennen ist die Johanniskraut-Pflanze leicht an ihren sattgelben fünfblättrigen Blüten. Als Halbschattenpflanze wächst sie vorwiegend auf Waldlichtungen, Bahnschotter oder an Gebüschsäumen in Europa, Ost- und Westasien sowie Nordafrika, Nord- und Südamerika. Aufgrund ihrer besonderen Heilwirkung wird die Pflanze mittlerweile landwirtschaftlich angebaut. 2015 wurde sie wegen ihres großen medizinischen Potenzials von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Johanniskraut ist eine organisches Heilmittel, das seit Jahrhunderten verwendet wird, um psychische Probleme zu behandeln. Heute wird es in der Regel als nicht verschreibungspflichtige Mittel verwendet, um leichte und bescheidene Angstzustände zu behandeln, und auch oft leichte Depressionen, leichte Ängstlichkeit und auch Schlafprobleme. Der Kräutername für Johanniskraut ist Hypericum perforatum, und wird auch als "Hypericum" vermarktet. Es hat zahlreiche aktive Substanzen, bestehend aus Hypericin und Hyperforin, von denen angenommen wird, dass sie die Stimmung beeinflussen.

Wie wirkt Johanniskraut?

Bereits seit der Antike wird die Johanniskraut-Pflanze aufgrund ihrer schützenden und heilenden Wirkung geschätzt. Vor über 2000 Jahren half sie, Brandverletzungen zu behandeln. Im Mittelalter entdeckten Ärzte ihren stimmungsaufhellenden Effekt. Heute bestätigen Studien die Johanniskraut-Wirkung bei zahlreichen Beschwerden – von Verdauungsstörungen bis zu akuten Schmerzen und degenerativen Erkrankungen. Genutzt wird die Heilpflanze jedoch vor allem zur Behandlung von Depressionen, Unruhe- und Angstzuständen. Sie reguliert den Stoffwechsel des Gehirns sanft. Die Konzentration von Neurotransmittern, Botenstoffen im Gehirn, steigt. Dadurch werden Informationen und Reize schneller zwischen den Nervenzellen übertragen. Das Level des Stresshormons Cortisol normalisiert sich. Langfristig stellt sich Entspannung und innere Ausgeglichenheit ein. Anders als bei vielen chemischen Alternativen setzt die Wirkung sowohl bei den Ursachen als auch den Symptomen an. Entscheidend dafür ist das Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffe und Wirkmechanismen. Dazu zählen:

  • Hypericin (0,1 bis 0,15 %)

  • Hyperforin, Adhyperforin (Blüten 2 %, Früchte 4 %)

  • Flavonoide, Bioflavonoide (2 bis 4 %)

  • Sesquiterpen Spathulenol (Ätherisches Öl 7,2 %)

Charakteristisch sind vor allem das blutrote Hypericin und das antibiotische Hyperforin, die in den Blättern der Blüten und Knospen beziehungsweise in den Blüten und Früchten enthalten sind. Im Zusammenspiel hemmen die Arzneistoffe die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und dem Stresshormon Noradrenalin. Die Wirkung ist der von chemischen Antidepressiva ähnlich, jedoch sanfter und nachhaltiger.

Es wird vermutet, dass Johanniskraut auf ähnliche Weise wirkt wie herkömmliche Antidepressiva. Forschungsstudien legen nahe, dass es die Aufgabe von Gehirnchemikalien wie Serotonin sowie Noradrenalin erhöht, von denen angenommen wird, dass sie eine wesentliche Rolle bei der Kontrolle unserer Stimmung spielen. [1] Lange Zeit dachten Forscher, dass eine Chemikalie im Johanniskraut namens Hypericin für die stimmungsaufhellende Wirkung verantwortlich sei. Doch neuere Details legen nahe, dass andere Chemikalien wie Hyperforin eine größere Rolle spielen könnten. Diese Chemikalien wirken auf Träger im Nervensystem, die den Gemütszustand kontrollieren.

Abgesehen von einer erhöhten Lichtempfindlichkeit verursacht Johanniskraut Nebenwirkungen vor allem im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten. In der Regel sind diese jedoch ungefährlich und selten. Problematisch kann die Wechselwirkung mit Arzneien sein, deren Wirkstoffe über die Leber abgebaut werden. Verantwortlich dafür ist unter anderem Cytochrom P450 3A4. Vor allem bei hoher Johanniskraut-Dosierung steigt die Aktivität des Enzyms, die Wirksamkeit der Medikamente wird aufgehoben. Ob Johanniskraut die Pille außer Kraft setzt, ist noch umstritten.

Probleme können Patienten jedoch einfach ausschließen, indem sie Wechselwirkungen mit ihrem Arzt abklären. Das gilt vor allem, wenn Johanniskraut hochdosiert zum Einsatz kommen soll.

Gegen welche Beschwerden hilft Johanniskraut?

Nicht nur die Zusammenstellung der besonderen Wirkstoffe macht die Heilpflanze zu einem Allroundtalent. Auch die Art und Dauer der Anwendung sowie die Darreichungsform lässt sich optimal auf die unterschiedlichen Bedürfnisse abstimmen – von Johanniskraut Tabletten bis zum Öl. Der Einsatz bei den folgenden Beschwerden ist bereits durch Studien bestätigt.

Bei Depressionen

Starke psychische Belastungen oder Stimmungstiefs aufgrund eines biochemischen Ungleichgewichts: Eine Depression kann verschiedene Ursachen haben. Diese sind häufig nicht klar. Chemische Antidepressiva bleiben bei 30 bis 50 % der Fälle wirkungslos. Zugleich ist die Liste der möglichen Nebenwirkungen lang und die Gefahr einer Abhängigkeit groß.

Als wirkungsvolle pflanzliche Alternative hilft Johanniskraut bei Depression. Auch wenn bei dieser Heilpflanze der Wirkungseintritt langsamer ist, die Wirkung ist laut Studien oft besser . [2] Häufig verschrieben werden Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Diese sprechen nur die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn an. Johanniskraut hochdosiert beeinflusst auch die Rezeptoren anderer Neurotransmitter. Die Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Melatonin werden reguliert, das Enzym Monoamin-Oxidase gehemmt. Dadurch verbessert sich die Übertragung von Impulsen an Nervenrezeptoren. Das fördert einen erholsamen Schlaf, mehr Energie und bessere Nerven. Neben anderen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit klingen auch viele Begleitsymptome einer Depression ab: von Erschöpfung über Burn-out bis Migräne.

Welche Darreichungsform geeignet ist, hängt von der Schwere der Depression ab und sollte in jedem Fall mit einem Arzt besprochen werden. Johanniskraut Kapseln mit einer Dosierung von 500 bis 1000 mg, zu Anfang sogar 2000 mg, versprechen auch bei schweren Depressionen eine Besserung in absehbarer Zeit. Johanniskraut Tee oder Öl wirkt sanfter und zeigt nach etwa zwei bis vier Wochen Erfolge. Der Zustand bessert sich schrittweise. Die Tagesdosis sollte möglichst verteilt und während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kann Johanniskraut mir helfen?

Wenn Sie unter Depressionen oder gedrückter Stimmung leiden, könnten Sie Johanniskraut als pflanzliche Alternative zu Antidepressiva ausprobieren. Während Sie Johanniskraut in der Apotheke ohne Rezept bekommen können, ist es am besten, sich in der Anfangszeit bei Ihrem Hausarzt zu erkundigen.[3] Wenn Sie irgendeine Art von Stress über Ihre psychische Gesundheit haben sowie unsicher sind, was Therapiealternativen angeht, ist es immer sinnvoll, dies mit Ihrem Arzt zu besprechen, bevor Sie sich entscheiden.

Forschungsstudien empfehlen, dass Johanniskraut manchmal genauso wirksam sein kann wie einige antidepressive Medikamente, um mit leichter oder mäßiger klinischer Depression umzugehen. Es kann zusätzlich weniger oder viel weniger intensive unerwünschte Wirkungen verursachen als allgemein verschriebene Antidepressiva. Doch für schwere Depressionen gibt es wenig Beweise, die zeigen, dass es helfen könnte. Die Erfahrungen variieren von einer Person zur anderen und es müssen noch mehr Studien durchgeführt werden. [4]

Wenn Sie über die Einnahme von Johanniskraut nachdenken, um andere psychische Probleme zu behandeln, wie z. B. Angstzustände oder saisonale affektive Störungen, ist es erwähnenswert, dass es wirklich wenig vorhandene Beweise darüber gibt, wie effizient es sein kann.

Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Johanniskraut, wenn Sie:

  • Schwanger sind oder stillen – es gibt nur begrenzte Informationen über seine Sicherheit

  • eine Diagnose einer bipolaren affektiven Störung haben – ähnlich wie alle Antidepressiva kann Johanniskraut bei manchen Menschen eine Hypomanie auslösen, also einen schnellen Wechsel von einem Stimmungstief zu einem Stimmungshoch

  • unter 18 Jahren sind – es gibt nur begrenzte Informationen über seine Sicherheit

  • Sie nehmen derzeit verschriebene Medikamente, empfängnisverhütende Medikamente (wie die Pille) oder übliche nicht verschreibungspflichtige Medikamente ein. Auf unserer Webseite zur Kommunikation mit Medikamenten erfahren Sie mehr.

Bei Angststörungen

Angstzustände und Panikattacken sind oft mit depressiven Verstimmungen verbunden. Sie können jedoch auch durch traumatische Erlebnisse ausgelöst werden. Mit Johanniskraut ist die Erfahrung in diesen Fällen sehr positiv und durch zahlreiche Studien belegt. Die Wirkstoffe der Heilpflanze regulieren den Stoffwechsel verschiedener Hormone und Neurotransmitter im Gehirn.[5] Dadurch beeinflussen sie den Schlaf-wach-Rhythmus nachhaltig positiv. Patienten können wieder durchschlafen und sich erholen. Die allgemeine Verfassung bessert sich. Als Folge hellt sich die Stimmung auf, Zuversicht und Gelassenheit wachsen. Auch die Nerven werden stärker, die Konzentrationsfähigkeit steigt. Dadurch gelingt es manchen Patienten wiederum, irrationale Ängste zu entlarven und dagegen anzukämpfen. Der Teufelskreis wird durchbrochen.

So wie Johanniskraut bei einer Depression ganzheitlich wirkt, lindert es auch hier zahlreiche Symptome und hilft, Panikattacken zu behandeln. Durch den allgemein stärkenden Effekt nehmen Intensität und Häufigkeit von Angststörungen im Laufe der Behandlung ab, der Lebensmut und die psychische Stabilität hingegen zu.

Bewährt hat sich vor allem die Anwendung von Extrakten beispielsweise in Form von Johanniskraut Kapseln oder Ölen. Eine spürbare Besserung tritt nach zwei bis drei Wochen ein.

Bei Stress und innerer Unruhe

Zu viele äußere Reize über eine zu lange Zeit: Bei Stress und innerer Unruhe lässt eine Überreiztheit die Seele nicht zur Ruhe kommen. Auch hier ist die Johanniskraut-Wirkung durch Studien belegt. Die Wirkstoffe des Heilkrautes regulieren den Haushalt von Hormonen und Neurotransmittern im Gehirn effektiv und zugleich sanft.[6] Anders als viele Beruhigungsmittel sorgen sie jedoch nicht nur für eine kurzfristige Ruhe. Vielmehr stellt sich langfristig eine größere Gelassenheit ein. Der Grund liegt in der ganzheitlichen Wirkung: Anstatt nur die Symptome zu betäuben, stärkt das pflanzliche Heilmittel Geist und Seele. Dadurch können die Patienten die Anforderungen des Alltags besser bewältigen. Die Konzentrationsfähigkeit steigt genauso wie die Qualität des Schlafs.

Welche Anwendung und Dosierung zu empfehlen ist, hängt davon ab, wie schwer die Symptome sind. Johanniskraut Kapseln sind dank ihrer höheren Wirkstoffdosierung optimal, wenn die innere Unruhe in Zusammenhang mit einem Burn-out, einer Erschöpfung oder Depression, Schlafstörungen oder Ängstlichkeit steht.

Leiden Patienten unter einer weniger schweren Form von innerer Unruhe, reicht ein Johanniskraut Tee aus. Dieser sollte drei Mal täglich eingenommen werden. Auch Massagen mit Öl im Bereich des Herzens können die Entspannung unterstützen. Bei der konstanten Einnahme von Johanniskraut ist mit einem Wirkungseintritt nach mehreren Wochen zu rechnen.

Bei Magen-Darm-Problemen

Ein typisches Magen-Darm-Problem ist der Reizdarm. Von diesem spricht man, wenn Probleme bei der Verdauung langanhaltend auftreten – ohne bestimmte organische Ursachen wie Allergien oder Unverträglichkeiten. Symptome sind Krämpfe, Schmerzen, Verstopfung und Durchfall oder Blähungen.[7] Oft sind die Schleimhäute durch die Beschwerden angegriffen. In der Johanniskraut-Pflanze ist Tannin enthalten. Der Gerbstoff wirkt entzündungshemmend und entspannt den Verdauungstrakt. Er lindert Symptome wie Schmerzen oder Übelkeit und fördert zugleich einen Heilungsprozess. Zur Behandlung von Magenbeschwerden werden sowohl Tropfen, Öle als auch Tees angeboten. Die genaue Einnahme hängt vom jeweiligen Produkt und der Dosierung ab.

Bei Schlafstörungen

Bei Schlafstörungen leiden Patienten oft an einer inneren Unruhe, die sie bis tief in die Nacht keine Erholung finden lässt. Andere schlafen gut ein, liegen jedoch später lange grübelnd wach. Die Wirkstoffe der Johanniskraut-Pflanze regulieren über Rezeptoren der Neurotransmitter im Gehirn die Produktion von Melatonin.[8] Das Hormon signalisiert dem Körper, wann es Zeit ist, in den Ruhemodus zu schalten. Zugleich sorgen sie dafür, dass genügend Serotonin vorhanden ist – der Grundstoff aus dem Melatonin in der Zirbeldrüse gebildet wird. Die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin werden aktiver und verhindern, dass Stress und Sorgen einen erholsamen Schlaf stören.

Erhältlich sind sowohl Kapseln als auch Johanniskraut Tee und Tropfen. Bis Johanniskraut einen Wirkungseintritt erreicht, kann es zwei Wochen dauern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schlafmitteln ist eine dauerhafte Einnahme möglich. Es stellt sich kein Gewöhnungseffekt ein. Auch eine Benommenheit tagsüber bleibt aus.

Narben, Sonnenbrand und Verletzungen

Auch Brandwunden, Quetschungen und Verletzungen vor allem an Körperstellen mit vielen Nerven können mit dem Mazerat der Heilpflanze behandelt werden. Anders als aufwendig destilliertes ätherisches Öl kann dieses einfach aus frischem Kraut und hochwertigem, kalt gepresstem Öl angesetzt werden. Es wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch antibakteriell. Dadurch lassen sich sogar offene Wunden versorgen. Brandverletzungen heilen nachweislich dreimal schneller als bei einer anderen Behandlung. Die adstringierende Wirkung stoppt schwächere Blutungen und verhindert das Entstehen von Narbengewebe. [9]

Weitere Anwendungsgebiete

Auch bei den folgenden Beschwerden wird die Wirksamkeit von Johanniskraut durch die Erfahrung von Patienten und Studien bestätigt:

  • Hoher Blutdruck

  • PMS und Depressionen in der Menopause

  • Beschwerden in den Wechseljahren

  • Kopfschmerzen und Migräne

  • Entwicklungsstörungen bei Kindern

  • Schwindelgefühl

Mögliche Nebenwirkungen

Bei oraler Einnahme: Johanniskraut ist wahrscheinlich sicher, wenn es bis zu 12 Wochen lang durch den Mund eingenommen wird. Einige Beweise zeigen sogar, dass es sicher für über ein Jahr verwendet werden kann. Es kann einige negative Effekte auslösen, wie z. B. Schlafprobleme, brillante Träume, Probleme beim Stillsitzen, Nervosität, Ungeduld, Verdauungsstörungen, Müdigkeit, völlig trockener Mund, Benommenheit, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Lockerheit des Darms und auch Hautkribbeln. Nehmen Sie Johanniskraut am frühen Morgen ein oder reduzieren Sie die Dosierung, wenn es scheint, dass es Ruheprobleme verursacht.

Johanniskraut ist möglicherweise schädlich, wenn es durch den Mund in großen Dosen eingenommen wird. Wenn es durch den Mund in großen Dosen eingenommen wird, könnte es extreme Hautreaktionen auf direkte Sonneneinstrahlung verursachen. Bei Frauen besteht das Risiko extremer Hautreaktionen auch bei üblicher Dosierung von Johanniskraut. Tragen Sie draußen Sonnenschutzmittel auf, besonders wenn Sie hellhäutig sind.

Johanniskraut hat Wechselwirkungen mit zahlreichen Medikamenten (siehe unten). Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Johanniskraut einnehmen wollen. Ihr Arzt wird Ihre Medikamente überprüfen wollen, um zu sehen, ob es irgendwelche Probleme geben könnte.

Wenn Sie es auf die Haut auftragen: Es gibt nicht genügend seriöse Details, um zu wissen, ob Johanniskraut bei der Anwendung auf der Haut risikofrei ist. Johanniskraut könnte schwere Hautreaktionen bei Sonneneinstrahlung auslösen.

Was die wissenschaftliche Forschung über die Sicherheit sowie die unerwünschten Wirkungen von Johanniskraut bei klinischer Depression aussagt

Die Einnahme von Johanniskraut zusammen mit bestimmten Antidepressiva kann zu einem potenziell schwerwiegenden Anstieg von Serotonin führen, einer Bewusstseins-Chemikalie, auf die die Antidepressiva abzielen. Die Anzeichen treten innerhalb von Minuten bis Stunden auf und können auch aus Unruhe, Durchfall, schnellem Herzschlag, Bluthochdruck, Halluzinationen, erhöhter Körpertemperatur und vielem mehr bestehen.[10] Es gibt Fälle, in denen Johanniskraut schädliche negative Auswirkungen hat, wie z. B. die Verschlimmerung von psychotischen Anzeichen bei Menschen mit bipolarer Störung oder Schizophrenie.

Die Einnahme von Johanniskraut kann viele verschreibungspflichtige Medikamente verschlechtern, wie z. B.:

  • Antidepressiva

  • Pille zur Empfängnisverhütung

  • Cyclosporin, das verwendet wird, um den Körper daran zu hindern, transplantierte Organe abzustoßen

  • Digoxin, ein Herzmedikament

  • Oxycodon, ein Medikament gegen Unwohlsein

  • Einige HIV-Medikamente, einschließlich Indinavir

  • Einige Krebsmedikamente, bestehend aus Irinotecan

  • Warfarin, ein Antikoagulans (Blutverdünner).

Andere Nebenwirkungen von Johanniskraut sind in der Regel geringfügig und auch ungewöhnlich. Sie können Verdauungsstörungen, Mundtrockenheit, Migräne, Müdigkeit, Schwindel, Komplikationen, sexuelle Funktionsstörungen oder Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht umfassen. Zusätzlich ist Johanniskraut ein Energizer und könnte auch Empfindungen von Angstzuständen bei einigen Personen verstärken.

Wie wird Johanniskraut eingenommen bzw. wie dosiert man es?

Ein Grund, warum Menschen die natürliche Behandlung von klinischen Depressionen ausprobieren möchten (anstelle von Antidepressiva, die den Serotoninspiegel erhöhen), ist, dass Johanniskraut tendenziell weniger negative Auswirkungen als Medikamente hat. [11] Das natürliche Kraut wird ebenfalls für die folgenden Gesundheitsprobleme untersucht:

  • Angstzustände

  • Menopause-bezogene Symptome

  • Prämenstruelle Störung (PMS)

  • Saisonale affektive Störung (SAD)

  • Zigarettenraucherentwöhnung

  • Virale Infektionen

Ein Öl aus Johanniskraut wurde zusätzlich zur äußerlichen Anwendung für die Wundheilung und auch eine Reihe von verschiedenen anderen Hautproblemen wie Dermatitis und Hämorrhoiden verwendet.

In Tests wurde Einzelpersonen eine 300 mg Dosierung einer bestimmten Johanniskraut-Essenz 3-mal täglich angeboten (900 mg täglich insgesamt). Die optimale Dosierung lag bei 1.800 mg pro Tag. Am Ende der achtwöchigen Studie lag die normale Tagesdosis bei 1.300 mg pro Tag.

Die für Sie geeignete Dosis von Johanniskraut hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter Ihr Alter, Ihr biologisches Geschlecht und Ihre Krankengeschichte. Es ist am besten, mit Ihrem Arzt, Pharmakologen und/oder einem alternativen Gesundheits- und Heil-Profi zusammenzuarbeiten, um Ihre Dosis zu personalisieren, um Wirksamkeit und auch Sicherheit zu gewährleisten.

Johanniskraut kann in zahlreichen verschiedenen Darreichungsformen gekauft werden, je nachdem, wie es verwendet werden soll. Es gibt trockene, Öl- und flüssige Fromen, einschließlich Tinkturen, Kapseln, sowie Elixiere.[12] Jedes Präparat von Johanniskraut wird sicherlich unterschiedliche Wirksamkeit haben.

Wirkstoffe in Johanniskraut kann durch Licht beeinflusst werden, weshalb die Ergänzungen sind oft in einem dunkel gefärbten Behälter verpackt. Achten Sie darauf, die Flasche oder den Plan außerhalb der direkten Sonneneinstrahlung zu lagern.

Johanniskraut-Artikel müssen sicher aufbewahrt werden, ähnlich wie jedes andere Medikament. Im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen und auch rezeptfreien Medikamenten, kommen organische Ergänzungen nicht immer in kindersicheren Behältern.

Die Art und Dauer der Einnahme hängt vom jeweiligen Krankheitsfall ab, der behandelt werden sollen. Allgemein gilt: je stärker die Beschwerden, desto höher die optimale Wirkstoffmenge. Eine Tagesdosis bis 2000 mg ist unbedenklich. Zu beachten sind eine höhere Lichtempfindlichkeit und mögliche Wechselwirkungen beispielsweise zwischen Johanniskraut und Pille. Grundsätzlich ist sowohl eine innere als auch eine äußere Anwendung möglich.

Bei akuten Verletzungen mit Schmerzen aber auch degenerativen Gelenkerkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Arthritis zeigen Salben oder Umschläge gute Wirkungen. Diese sind als fertige Produkte erhältlich, können jedoch auch leicht selbst hergestellt werden. Die Basis bildet das getrocknete Kraut. Wird dieses beispielsweise über zwei Wochen in Alkohol oder Apfelessig eingelegt, ergibt sich eine Tinktur.

Für die Einnahme haben Patienten die Wahl zwischen Johanniskraut Tabletten, Kapseln, Pulver, Frischsaft, Tee, Öl oder Kalifornischen Blütenessenzen. Die homogenisierten Wirkstoffe sind hochdosiert vor allem in Kapseln und Pulvern enthalten. Zudem lassen sie sich hier sehr gut dosieren. Frischsaft, Tee und Blütenessenzen sind in der Wirkung schwächer. Von der Einnahme von Johanniskraut bis Wirkungseintritt vergeht mehr Zeit. Die Gefahr von Wechselwirkungen mit Arzneien ist geringer. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Anwendungsformen.

Beschwerden:Darreichungsform:
Äußere AnwendungVerbrennungen; Verletzungen, offene Wunden; Quetschungen; Gelenkerkrankungen; entzündete, strapazierte Haut; Sonnenbrand; Verspannungen; ZerrungenSalben; Umschläge; Tinktur; Öl
EinnahmeDepression; Angststörungen; Stress; innere Unruhe; Magen-Darm-Beschwerden; hoher Blutdruck; Frauenbeschwerden; Kopfschmerzen, Migräne; Entwicklungsstörungen; SchwindelgefühlExtrakt in Tabletten, Dragess, Kapseln, Pulver; Tee; Frischsaft; Öl; kalifornische Blütenessenzen

Die folgenden Dosierungen wurden tatsächlich in klinischen Forschungsstudien [13] untersucht:

Einnahme bei Erwachsenen:

  • Bei leichter bis mittelschwerer Niedergeschlagenheit oder Depression:

    • In den meisten Forschungsstudien wurde Johanniskrautextrakt auf 0,3 % Hypericin-Material standardisiert und in Dosen von 300 mg dreimal täglich verwendet.

    • Einige Studien haben Johanniskraut-Essenz standardisiert auf 0,2 % Hypericin in Dosierungen von 250 mg zweimal täglich verwendet.

    • Johanniskraut-Extrakt, standardisiert auf 5 % Hyperforin, wurde in Dosierungen von 300 mg 3-mal täglich verwendet.

  • Bei Anzeichen und Symptomen der Menopause:

    • Johanniskrautextrakt (Hypiran, Poursina Drug Mfg. Co., Teheran, Iran), der 0,2 mg/mL Hypericin enthält, wurde in Dosierungen von 20 Tropfen 3-mal täglich über 2 Monate verwendet.

    • Johanniskraut 300 mg 3-mal täglich für 3-4 Monate wurde tatsächlich verwendet.

  • Bei psychischer Belastung, ausgelöst durch extreme Konzentration auf ein körperliches Symptom (somatische Zeichen und Symptomstörung): eine bestimmte Essenz (LI 160) 600 mg/Tag wurde tatsächlich verwendet.

Kinder orale Verwendung:

  • Für leichte bis mittelschwere Depressionen: Es wurde 150-300 mg Johanniskraut 3-mal täglich für 8 Wochen bei Kindern zwischen 6 und 17 Jahren verwendet. Zudem ist eine bestimmte Johanniskrautentfernung (LI 160) 300-1800 mg in drei geteilten Dosierungen täglich für etwa 6 Wochen verwendet worden.

Setzen Sie die Einnahme von Johanniskraut nicht plötzlich ab. Dies könnte zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Wenn Sie sich entschließen, die Einnahme von Johanniskraut zu beenden, minimieren Sie die Dosis langsam im Laufe der Zeit.

Fazit: Warum ist Johanniskraut so gesund?

Zahlreiche Vorteile machen echtes Johanniskraut bei einem großen Spektrum von Beschwerden zu einer gesünderen pflanzlichen Alternative gegenüber klassischen Pharmaprodukten. Grundsätzlich setzt die besondere Zusammenstellung der Wirkstoffe ganzheitlich bei Seele und Körper, bei Ursache und Symptomen an. Klinische Test zeigen, dass auch eine längere Einnahme Leber und Niere nicht belastet. Auch, wenn Johanniskraut Nebenwirkungen haben kann: Diese sind vergleichsweise schwach und verschwinden beim Absetzen meist sofort. Eine Abhängigkeit entsteht nicht. Allerdings dauert es ein wenig, bis Johanniskraut seine Wirkung entfaltet. Damit ist die Arznei vor allem für Patienten geeignet, die Beschwerden langfristig sanft lindern wollen.


Quellenverzeichnis

[1]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19657198/

[2]: https://www.mylife.de/heilpflanzen/johanniskraut/

[3]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11939866/

[4]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20929532/

[5]: https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=johanniskraut

[6]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29751080/

[7]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31713600/

[8]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25662792/

[9]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26721224/

[10]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20493333/

[11]: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD000448.pub3/full

[12]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC443448/

[13]: https://academic.oup.com/ndt/article/15/9/1473/1874342

Author

Falls Sie weitere Fragen oder Anregungen zum Thema haben, können Sie mich gern kontaktieren.

  • Dr Jennifer Bülow

    Dr. med. Jennifer Bülow

    Fachärztin für Allgemeinmedizin

    Als studierte Ernährungsberaterin unterstützt Fr. Dr. med. Jennifer Bülow anderen Menschen täglich dabei, ihre Ernährung vitaler zu gestalten und einen gesünderen Lebensstil zu führen. Ihre Vision ist es, ihr großes Wissen um Nahrungsergänzungsmittel und natürliche Heilmittel mit anderen zu teilen und somit mehr Menschen zu neuen Körpergefühl zu verhelfen.

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie aktuelle Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema.

Wann sollte man Johanniskraut nicht nehmen?
Bei der Einnahme von Johanniskraut kann es zur Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kommen. Es wird abgeraten, Johanniskraut gleichzeitig mit Herzmedikamenten oder Blutdruckmitteln einzunehmen. Es verschlechtert zudem die Wirkung der Antibabypille und von HIV-Medikamenten. Auch Antidepressiva sollten nicht zeitgleich mit Johanniskraut eingenommen werden.
Warum hilft Johanniskraut gegen Depressionen?
Johanniskraut wird seit Jahrhunderten zur Behandlung psychischer Probleme angewendet. Dafür verantwortlich sind die aktiven Substanzen Hypericin und Hyperforin, die in Johanniskraut enthalten sind und von denen man annimmt, dass sie auf die Stimmung wirken. Sie beeinflussen ähnlich wie Antidepressiva die Hormone Serotonin, Dopamin und das Stresshormon Noradrenalin.
Warum macht Johanniskraut lichtempfindlich?
Bei oraler bzw. innerlicher Anwendung von Johanniskraut kann es bei direktem Kontakt der Haut mit der Sonne zu empfindlichen Hautreaktionen wie Sonnenbrand kommen. Diese Reaktionen stellen bei Frauen ein höheres Risiko dar. Der Grund dafür ist der in Johanniskraut vorkommende Inhaltsstoff Hypericin. Bei Verwendung von Johanniskraut sollte man daher unbedingt einen Sonnenschutz auftragen.