5 positive Eigenschaften von natürlichem Fischöl

Fischöl

Das Wort Fischöl klingt für die meisten Menschen nicht besonders appetitlich. Oft führt es zu Assoziationen mit der glitschigen, schleimigen Haut von Fischen. Doch einmal zubereitet schmeckt der zuvor so abstoßende Fisch ganz vorzüglich und ist zudem sehr gesund. Genauso verhält es sich auch mit seinem Öl. Als Lieferant der lebensnotwendigen Omega-3 Fettsäuren hat natürliches Fischöl viele positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Gesundheit. Als Nahrungsergänzungsmittel kann es zudem auch ganz einfach in der Form von geschmacksfreien Kapseln eingenommen werden. Doch was genau sind die positiven Wirkungen des Fischöls, wie wird es gewonnen und hat es vielleicht Nebenwirkungen? Wir haben für Sie recherchiert.

 

Was ist Fischöl? – Ein Ausflug in die Geschichte

Fischöl ist, wie schon der Name sagt, ein Öl. Es kann auch tatsächlich aus Fischen gewonnen werden, aber nicht jeder Fisch kommt dafür in Frage und auch Meeressäugetiere wie Wale und Robben wurden traditionell zur Fischölproduktion genutzt. Daher kommt vermutlich sein alternativer Name Polaröl, denn Robben findet man am Nordpol und auch Wale wurden früher ganz besonders in der Nähe der Pole und in Grönland gejagt.

Heutzutage ist der Walfang aus Gründen des Artenschutzes verboten, doch einst waren Wale die Hauptquelle von Fischöl welches unter dem Namen Tran als Lampenöl zur Beleuchtung verwendet wurde. Von den gesundheitlichen Vorteilen der Einnahme von Fischöl ahnte man damals noch nichts.

 

Lebertran – Ein kleiner Abstecher auf dem Weg

Wenn Sie bei dem Wort Tran unweigerlich an Lebertran denken müssen, liegen Sie gar nicht so falsch. Auch Lebertran ist eine Art Fischöl. Er wurde jedoch nie aus Walen oder Robben gewonnen, sondern schon immer aus der Leber von Fischen. Er wird durch Auspressen oder Auskochen der Lebern vor allem von Kabeljaus und Dorschen produziert. Auch viele andere Fische eignen sich aber für die Gewinnung von Lebertran.

 

Sind Lebertran und Fischöl dann dasselbe?

Nein, der Lebertran wird, wie schon gesagt, aus der Fischleber gewonnen. Unser Fischöl oder Tran stammt aus dem Fettgewebe. Aus diesem kann es ebenfalls durch Erhitzen oder Auspressen gewonnen werden. Es kann aber auch ausgeklopft werden. Die Gewinnung aus dem Fettgewebe erklärt wohl auch warum Wale bei der Herstellung von Fischöl so besonders beliebt waren. Die großen Wale setzen zum Schutz gegen Auskühlung beim Schwimmen im kalten Meerwasser große Fettpolster an, den sogenannten Blubber. Aus ihm ließ sich natürlich sehr viel mehr Öl gewinnen als aus einem kleineren und schlankeren Fisch.

 

Das Ende des Walfangs

Durch die starke Bejagung wurden die Wale jedoch immer seltener und der Walfang rentierte sich immer weniger. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Tran mehr und mehr vom Petroleum als Lampenöl verdrängt. Heutzutage beleuchten wir unsere Häuser mit Strom und Wale sind streng geschützt. Dennoch wird Fischöl weiterhin als Schmiermittel und in der Produktion von Tiernahrung und vor allem als Nahrungsergänzungsmittel für uns Menschen verwendet. Dazu werden jedoch keine Wale mehr eingesetzt sondern die sogenannten Fettfische.

 

Was ist ein Fettfisch?

Als Fettfische bezeichnet man Fische deren Muskelgewebe einen Fettanteil von mehr als 10% hat. Zu ihnen gehören insbesondere:

  • Lachs
  • Hering
  • Makrele
  • Buttermakrele
  • Thunfisch
  • Sprotte
  • Aal
  • Dornhai

Fettfische gibt es sowohl im Salz- als auch im Süßwasser. Für die Herstellung des Fischöls für unsere Nahrungsergänzungsmittel werden jedoch nur die Salzwasserfische verwendet, da sie besonders viele Omega-3 Fettsäuren enthalten.

 

Omega-3 Fettsäuren

Doch was hat es nun eigentlich mit den Omega-3 Fettsäuren auf sich, dass sie das Fischöl so gesund machen? Sie gehören zu den ungesättigten Fettsäuren und sind für den menschlichen Körper überlebensnotwendig. Trotzdem kann er sie nicht selbst herstellen. Deswegen müssen sie unbedingt über die Nahrung, also zum Beispiel über den Verzehr von Fischen oder eben in der Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.

Unser Stoffwechsel verarbeitet sie zur Energieproduktion, sie sind als Bestandteil der Zellmembranen in jeder unserer Zellen eingebaut und die sogenannten Serie-3 Prostaglandine werden aus ihnen hergestellt.

Letztere sind Hormone die nicht nur auf die Fortpflanzungsorgane sondern auch auf das Herz-Kreislaufsystem wirken.

 

Fischöl ist gut für das Herz

Damit wären wir dann auch schon bei einer der wichtigsten positiven Eigenschaften von natürlichem Fischöl. Es versorgt den Körper mit den für die Bildung der Serie-3 Prostaglandine erforderlichen Omega-3 Fettsäuren. Es fördert die Bildung des guten Cholesterins, senkt die Triglyzeridwerte und den Blutdruck und verhindert die Bildung von Plaques. Plaques sind gefährliche Ablagerungen in den Gefäßen die zur Verengung der Arterien führen und dadurch Herzanfälle auslösen können. Auf bereits vorhandene Plaques wirkt die Einnahme von Omega-3 Fettsäuren stabilisierend, sodass es zu keiner Verschlechterung des Zustandes kommt.

Außerdem kann sie gefährliche Herzrhythmusstörungen verringern.

 

Es ist gut für die Psyche

Der Hauptbestandteil unseres Gehirns ist Fett und ein Großteil dieses Fetts besteht wiederum aus Omega-3 Fettsäuren. So ist es wenig erstaunlich, dass eine positive Wirkung des Öls bei verschiedensten psychischen Leiden und Erkrankungen des Gehirns festgestellt wurde. Klinische Studien haben festgestellt, dass vor allem die Omega-3 Fettsäure EPA eine antidepressive Wirkung hat.

Bei an Alzheimer erkrankten Menschen kann die Einnahme von Omega-3 Fettsäuren oder der vermehrte Verzehr von Fisch das Fortschreiten der Demenzentwicklung verlangsamen und es besteht auch der berechtigte Verdacht, dass Omega-3 Fettsäuren vor der Entstehung von Demenzerkrankungen schützen können.

Sowohl Schizophrenie als auch ADHS werden mit niedrigen Omega-3 Fettsäurespiegeln in Verbindung gebracht und bei Menschen mit Borderline-Syndrom helfen Omega-3 Fettsäuren Aggressionen und Depressionen zu mindern.

 

Es ist unerlässlich in der Schwangerschaft

Die rechtzeitige Erhöhung der Zufuhr an Omega-3 Fettsäuren während der Schwangerschaft kann Frühgeburten verhindern. Allerdings müssen Sie dazu bereits vor der 33. Woche mit der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels beginnen. Doch auch später gibt es durchaus noch positive Effekte. Fischverzehr verringert nachgewiesener Maßen das Risiko an einer Wochenbettdepression zu erkranken und fördert die Gehirnentwicklung des Babys.

Kinder von Müttern die während der Schwangerschaft ausreichend Omega-3 Fettsäuren zu sich genommen haben, haben in einem Test im Alter von 4 Jahren um vier IQ Punkte besser abgeschnitten als die Vergleichsgruppe.

 

Omega-3 Fettsäuren helfen beim Muskelaufbau

Auch bei der Bildung von Proteinen, also Eiweißen, helfen Omega-3 Fettsäuren. Sie wird beschleunigt, was unter anderem auch die Zunahme von Muskelmasse schneller macht. Dieser Effekt ist nicht nur bei Bodybuildern beliebt. Alte Menschen und Menschen, die aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen lange bettlägerig waren oder einen Körperteil nicht benutzen konnten, leiden oft unter einer Schwächung von Muskeln. Mit durch die Einnahme von Fischöl unterstütztem Muskeltraining und Heilgymnastik können sie ihre Muskeln rascher stärken und die gewohnte Leistungsfähigkeit widerherstellen.

 

Fischöl hilft beim Abnehmen

Ebenfalls in der Kombination mit körperlichem Training, verstärken Omega-3 Fettsäuren die Verbrennung von Kohlehydraten im Körper. Dadurch wird weniger Zucker in Fett umgewandelt und die Entstehung neuer Fettpölsterchen gebremst. Gleichzeitig fördert das Fischöl jedoch auch die Fettverbrennung und somit den Abbau der vorhandenen Fettpolster. Das Fett wird in zusätzliche Muskelmasse umgewandelt und wir werden rundum gesünder und leistungsfähiger.

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Über Giacomo Hermosa 13 Artikel
Giacomo Hermosa ist 37 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und verheiratet. Vor elf Jahren hat er die Magister der Biologie und Anglistik erfolgreich absolviert. Hier hat er sich interdisziplinär mit den Themen Bioverfügbarkeit und Medizinalhanf beschäftigt. In seiner Freizeit schreibt er v.a. in den Bereichen Fitness, Ernährung und – familiär bedingt – über einige besondere Autoimmunerkrankungen. Seine Veröffentlichungen findet man u.a. auf seiner Website und bei der taz.

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